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Zwei Tage im Dienste der Biodiversität

[Artikel vom 15.09.2020]

Themen-Workshop in der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell
 
Was genau versteht man unter Biodiversität, warum wird sie in Zukunft für deutsche Landwirte immer bedeutsamer und wie lässt sie sich in die Produktionspraxis verschiedener Betriebe integrieren? Diesen und weiteren Fragen gingen die Studierenden des 4. Semesters der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft (ALH) in Kupferzell Anfang Juli auf ihrem Themen-Workshop nach.
Am ersten Tag des Lehrganges besuchte Jürgen Maurer, Vorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch Hall - Hohenlohe - Rems e.V., die Studierenden der Akademie. Fachlich begleitet wurde der Tag zudem von Andreas Bertsch, Landwirt aus dem Kraichgau, der sich seit Jahren aktiv für mehr Biodiversität in der Landwirtschaft engagiert. Am Vormittag bot Maurer eine Einführung in das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft), in welchem er sich mit Versuchsflächen aus seinem eigenen Betrieb beteiligt (siehe auch: https://www.franz-projekt.de/franz).
 
Danach ging es zu verschiedenen Demoflächen zur Biodiversitätsförderung. Neben den bereits bekannten Blühstreifen konnten weitere pflanzenbauliche Maßnahmen, wie Kleevorgewende, Extensivgetreide, Mais-Stangenbohnen-Gemenge, sowie Erbsenfenster begutachtet werden. Dabei wurden Wirksamkeit, Umsetzbarkeit sowie Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Maßnahmen rege diskutiert. Klar wurde dabei, der Erfolg der Maßnahmen ist standortabhängig - nicht jede Maßnahme ist auf jeden Betrieb anwendbar. Boden- und Witterungsbedingungen spielen auch hier eine entscheidende Rolle.
In ausführlichen Gesprächen zwischen Maurer und Studierenden der ALH ging eines eindeutig hervor: Die Bereitschaft, effektive Biodiversitätsmaßnahmen als eigenständiges Kettenglied in den eigenen Anbauplan zu integrieren, besteht. Allerdings kann dieses Engagement der Erzeuger nur dann langfristig erbracht werden, wenn dies angemessen entlohnt bzw. die Ertragseinbußen finanziell entsprechend kompensiert werden.
 
Am zweiten Tag des Themenworkshops stand vor allem die Frage „Wie können Beiträge zur Biodiversität konkret im Einzelbetrieb aussehen“ im Vordergrund. Hierfür begleiteten die Studierenden den anerkannten Biodiversitätsberater Tobias Pape bei einer vom Land geförderten gesamtbetrieblichen Biodiversitätsberatung auf dem Betrieb Stier GbR im hohenlohischen Neufels. Die Zusammenhänge, welche am vorigen Tag hergestellt wurden, halfen den Studierenden hier in gemeinsamer Runde eigene Ideen für Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität im Betrieb Stier einzubringen und zu diskutieren. Nachdem bereits geleistete Maßnahmen des Betriebs gemeinsam erfasst und bewertet sowie neue konkrete Ansätze angesprochen wurden, begutachtete man die einzelnen Flächen und Standorte. Vor Ort wurden Umsetzbarkeit und betriebliche Auswirkungen der ausgewählten Initiativen, wie z.B. die Anlage mehrjähriger Blühstreifen oder Blühbrachen, diskutiert.
Als Fazit ging eines deutlich hervor: Das Thema wird aktuell bleiben und als Landwirt*in hier ein kompetenter Diskussionspartner zu sein, wird an Bedeutung zunehmen. Eine Erkenntnis war zudem, dass bereits kleine Maßnahmen einen durchaus positiven Effekt haben und jeder in seinem Betrieb etwas umsetzen kann.
 
Weitere Informationen zur geförderten Gesamtbetrieblichen Biodiversitätsberatung in Baden-Württemberg gibt es unter: www.gbb.lel-bw.de oder www.beratung-bw.de.

Die Studierenden mit Jürgen Maurer auf einer Demofläche zur Biodiversitätsförderung.
Die Studierenden mit Jürgen Maurer auf einer Demofläche zur Biodiversitätsförderung.

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