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Schuss ins Grüne

[Artikel vom 03.08.2022]

Probenentnahme für genetische Untersuchung eines Zerreichenwaldes bei Neuenstein
 
Den Wald im Hohenlohekreis fit für den Klimawandel machen: Das ist eine der großen Aufgaben für die Försterinnen und Förster und die Mitarbeitenden im Forstamt des Hohenlohekreises. Dabei spielt die Zusammensetzung des Baumbestandes eine entscheidende Rolle. Gefragt sind Bäume, die mit den stark steigenden Temperaturen und Wasserknappheit gut zurechtkommen. Ein solcher Baum ist die Zerreiche, eine aus Südeuropa stammende Baumart, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet von Italien über Kroatien bis in die Türkei reicht. Sie hat eine sehr hohe Trockenheitstoleranz und kann zugleich auch die kalten mitteleuropäischen Winter aushalten.
 
Bei Neuenstein gibt es bereits einen Zerreichenwald. Dort haben die Forstliche Versuchsanstalt (FVA) in Freiburg und das Forstamt des Hohenlohekreises in der vergangenen Woche Blattproben zur Untersuchung entnommen. Ziel ist, die genetische Diversität der Eichen zu prüfen, um festzustellen, ob sich der Wald für die Saatguternte eignet. Die genetische Herkunft des Waldes ist bislang noch nicht bekannt. Falls die genetische Vielfalt groß genug ist, könnte man in Zukunft aus den Eicheln der Neuensteiner Zerreichen in Baumschulen weitere Bäumchen heranziehen.
 
Rainer Schmid vom Referat 84 Waldnaturschutz, Biodiversität und Waldbau der FVA und Revierleiter Martin Hans ernteten von jedem einzelnen der 110 Bäume Blätter, um diese in Freiburg auf ihre genetische Vielfalt untersuchen zu können. Die länglichen, dunkelgrünen und ledrigen Blätter der Zerreiche wurden – soweit möglich – mithilfe einer sieben Meter langen Stangensäge geerntet. Da bei den über hundert Jahre alten Bäumen die Blätter nicht immer erreichbar sind, wurden die Blätter stellenweise mithilfe einer Schrotflinte aus den Gipfeln geschossen und anschließend aufgesammelt. Rainer Schmid schoss mit der Flinte senkrecht in die Luft, sodass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Waldbesucherinnen und -besucher bestand.

Rainer Schmid (links) und Martin Hans bei der Blatternte mit der Schrotflinte. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis, Forstamt
Rainer Schmid (links) und Martin Hans bei der Blatternte mit der Schrotflinte. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis, Forstamt
Die 110 Bäume des Zerreichenwaldes bei Neuenstein sind teilweise schon über 100 Jahre alt. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis, Forstamt
Die 110 Bäume des Zerreichenwaldes bei Neuenstein sind teilweise schon über 100 Jahre alt. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis, Forstamt
Das Blatt der Zerreiche ist dunkelgrün und ledrig. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis, Forstamt
Das Blatt der Zerreiche ist dunkelgrün und ledrig. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis, Forstamt

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