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Orte des Erinnerns und Gedenkens im Hohenlohekreis

[Artikel vom 17.11.2022]

Präsentation der Dokumentation „Spuren, Wege, Erinnerungen“
 
Am Dienstag, dem 15. November 2022, kamen rund 140 Geschichtsinteressierte zum 11. „Tag der Heimatgeschichte im Hohenlohekreis“ im Bürgerzentrum in Berlichingen zusammen. Im Mittelpunkt stand die Dokumentation „Spuren, Wege, Erinnerung“, die sich den Orten des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Hohenlohekreis widmet. Die Buchfassung ist bereits vor einem Jahr erschienen, doch stand eine Präsentation vor einem größeren Publikum bislang noch coronabedingt aus. Zudem wurde die neu erarbeitete Online-Version der Dokumentation im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt und für die Öffentlichkeit freigegeben. Veranstalter des 11. Tags der Heimatgeschichte waren das Landratsamt Hohenlohekreis, Kreisarchiv und die Gemeinde Schöntal.
 
In ihren Grußworten hoben Landrat Dr. Matthias Neth und Schöntals Bürgermeister Joachim Scholz die besondere Bedeutung der Erinnerung an die Opfer des NS-Unrechts gerade im lokalen Rahmen hervor. Landrat Dr. Neth betonte, dass eine angemessene Gedenkkultur nicht nur in die Vergangenheit gerichtet sei, sondern auch der Verteidigung der Demokratie in heutiger Zeit diene. Diesem Themenkreis widme sich der Hohenlohekreis auch künftig durch Publikationen wie „Spuren, Wege, Erinnerung“ sowie in Gestalt des neuen Projekts „DemHOKratie“ und mit Hilfe des im vergangenen Jahr gegründeten Sophie Scholl-Vereins. Auch Bürgermeister Scholz bezog sich auf aktuelle Ereignisse, wie den russischen Angriff auf die Ukraine, und benannte das Gedenken an die NS-Opfer als ein Mittel, um staatlichem Unrecht vorzubeugen.
 
Anschließend führte Kreisarchivar Dr. Thomas Kreutzer in Konzept und Inhalte der Dokumentation ein. Das wichtigste Ziel sei die „Verortung“ von konkreten NS-Verbrechen in Verbindung mit der Kenntlichmachung der Menschen, die dem Unrecht zum Opfer fielen. Dabei wurden fast alle Opfergruppen des Nationalsozialismus, soweit Quellen vorliegen, in den Blick genommen. Heraus kamen kurze, um Bilder und Zusatzinformationen ergänzte Artikel zu insgesamt 36 Gedenkorten, die von 15 – zumeist ehrenamtlich engagierten – Autorinnen und Autoren verfasst wurden. Kreutzer betonte, dass die Dokumentation auf fortlaufende Aktualisierung angelegt ist.
 
Es folgten drei Vorträge von Autoren, die am Buchprojekt beteiligt waren. Den Anfang machte Hubert Sauthoff von der Regionalen Arbeitsgruppe Hohenlohe-Franken des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, der einige Öhringer Gedenkorte vorstellte und dabei näher auf das Schicksal von Walter Thalheimer einging. Dieser hatte die KZ-Haft überlebt, während die meisten seiner Angehörigen von den Nazis ermordet wurden. Der Berlichinger Lokalhistoriker Ludwig Eckert stelle die Gedenkorte in seinem Heimatort vor, indem er sie in die Geschichte der jüdischen Gemeinde und der jüdischen Jugendherberge einbettete. Als roter Faden diente der Bericht des aus Berlin stammenden Eduard Alexander, der 1937 seine Ferien „im herrlichen Jagsttal“ verbracht hatte. Der Kulturwissenschaftler Udo Grausam aus Tübingen berichtete anschließend von seinem Treffen mit den Angehörigen des polnischen Zwangsarbeiters Czes?aw Trezci?ski, der 1942 bei Rappach hingerichtet wurde. Dabei hob er die besondere emotionale Bedeutung hervor, die der Begegnung mit Überlebenden der NS-Verbrechen und mit den Familien von Opfern zukäme.
 
Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Präsentation des Online-Formats von „Spuren, Wege, Erinnerung“ durch Jana Mütsch von der Stabsstelle GIS im Landratsamt. Die kartenbasierte, multimediale Online-Dokumentation ist über das Geoinformationssystem HOKis (unter www.hokis.eu) frei abrufbar und wird auch in Zukunft durch neue Gedenkorte und mediale Ergänzungen aktualisiert werden.
 
Das Buch „Spuren, Wege, Erinnerung“ kann beim Kreisarchiv Hohenlohekreis (Email: kreisarchiv(@)hohenlohekreis.de, Tel. 07942-941264) zum Preis von 3 Euro erworben werden.

Die Protagonisten beim
Die Protagonisten beim "Tag der Heimatgeschichte" in Berlichingen nach der Übergabe der Weinpräsente, von links nach rechts: Dr. Thomas Kreutzer, Udo Grausam, Bürgermeister Joachim Scholz, Jana Mütsch, Landrat Dr. Matthias Neth, Hubert Sauthoff, Ludwig Eckert. Foto: Theresa Ruhdorfer/Kreisarchiv Hohenlohekreis

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