Hohenlohekreis

Seitenbereiche

Schriftgröße:

Icon Flagge Icon Flagge

Volltextsuche

Navigation

Seiteninhalt

Vorbereitungen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP)

[Artikel vom 05.01.2018]

Vorbereitungen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP)
Untere Jagdbehörde beim Landratsamt Hohenlohekreis appelliert an die Jagdausübungsberechtigten
 
Mit der Feststellung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Tschechien Mitte vergangenen Jahres ist das Virus, das die für Wild- wie Hausschweine tödliche Krankheit in sich birgt, gefährlich nahe an die Grenze der Bundesrepublik Deutschland gerückt. Die Untere Jagdbehörde beim Landratsamt Hohenlohekreis appelliert an die Jagdausübungsberechtigten im Hohenlohekreis, die Bejagung der Schwarzwildpopulation zu intensivieren und insbesondere auch Jagden über die Reviergrenzen hinweg zu organisieren. Die gesamte Jägerschaft wird gebeten hier mitzuwirken. Vor diesem Hintergrund hatte Dr. Wolfgang Eißen, Dezernent für ländlichen Raum, gemeinsam mit dem Leiter des Veterinäramtes, Dr. Thomas Pfisterer, Anfang Dezember die Jägerschaft zu einer Besprechung eingeladen. Ziel ist es, gemeinsam eine mögliche Ausbreitung zu verhindern.
 
Die Afrikanische Schweinepest
„Die Afrikanische Schweinepest ist eine fieberhafte und hoch ansteckende Allgemeinerkrankung von Schweinen – sowohl von Haus- als auch Wildschweinen“, erklärt Dr. Thomas Pfisterer. Sie ist gekennzeichnet durch einen seuchenhaften Verlauf und eine hohe Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch den ASP-Virus. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht, ebenso sind andere Nutztiere nicht gefährdet.
Der Erreger wird direkt von Tier zu Tier oder indirekt über infizierte Gegenstände und Lebensmittel übertragen. Aktuell wurden für diese Virusform noch keine Impfstoffe entwickelt. Jagdtourismus und die Einfuhr von Schweinefleischerzeugnissen aus den betroffenen Gebieten können das Risiko einer Einschleppung der Seuche erhöhen.
 
Maßnahmen
Es können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Regulation der Populationsdichte zur Bekämpfung eingesetzt werden. Die wirksamste Methode zur Prävention ist die nachhaltige Regulierung des Schwarzwildbestandes. Je höher der Bestand an Schwarzwild innerhalb einer Region ist, desto größer ist die Gefahr eines seuchenhaften Verlaufes.
„Mit der Plakatierungsaktion des Bundeslandwirtschaftsministeriums entlang der A6 soll zudem auf das richtige Verhalten hingewiesen werden. Es ist wichtig, dass Reste von Fleischprodukten nicht achtlos am Straßenrand hinterlassen werden“, appelliert Dr. Wolfgang Eißen. Eingeführte Trophäen oder Schweinefleischerzeugnisse dürfen keinesfalls mit der heimischen Tierwelt in Berührung kommen. Die Landkreisverwaltung bittet in dieser Hinsicht besonders verantwortungsvoll zu handeln, um einen Ausbruch zu verhindern.
 
Auch eine missbräuchliche Fütterung kann die Entwicklung des Schwarzwildbestandes und somit die Seuchengefahr begünstigen. Auf die Vorschriften zur Kirrung (Anmerkung: „Lockfütterung“ im Wald) sei an dieser Stelle verwiesen. Die Untere Jagdbehörde führt verstärkt Kontrollen durch, um die Einhaltung des grundsätzlichen Fütterungsverbots zu überwachen. Bei Zuwiderhandlung kann ein Bußgeld verhängt werden, schwere oder wiederholte Verstöße können zur jagdrechtlichen Unzuverlässigkeit führen.
 
Auswirkungen
Bei einer Infektion in einem Hausschweinbestand wären Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung anzuwenden, was auch die Tötung sämtlicher Schweine im infizierten Bestand und diesen umgebenden Sperrgebiet (Radius: drei Kilometer) bedeutet. Des Weiteren ist im Seuchenfall mit umfassenden und großräumigen Handelsbeschränkungen bei lebenden Tieren, aber auch bei deren Fleisch und verarbeiteten Produkten zu rechnen.
 
Im Falle einer Feststellung der ASP bei Wildschweinen in der Region wären großflächige Restriktionszonen (bis zu 30 Kilometer Radius) und entsprechende Verbringungs- und Handelsbeschränkungen die Folge.
 
Die wirtschaftlichen Schäden für die im Landkreis beheimateten Betriebe der Land-, Vieh- und Fleischwirtschaft wären somit enorm.
 
Kontakt
Tierhalter bzw. Jäger werden gebeten, bei Verdacht auf eine Infektion sofort Kontakt mit dem Veterinäramt unter Tel.: 07940 18-670 oder mit der Unteren Jagdbehörde unter Tel.: 07940 18-724 aufzunehmen.

Weitere Informationen

Kommunen-News

Neues aus den Kommunen des Hohenlohekreises erfahren Sie unter der

Rubrik "Kommunen-News"

Veranstaltungen

Besuchen Sie unseren Veranstaltungskalender unter der

Rubrik "Veranstaltungen"