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Vermessungsamt des Hohenlohekreises begeht 200-jähriges Jubiläum der Landesvermessung

[Artikel vom 07.06.2018]

Vermessungsamt des Hohenlohekreises begeht 200-jähriges Jubiläum der Landesvermessung
Buntes Programm mit Theater und Vorträgen kommt bei den rund 100 Besuchern gut an
 
Am 25. Mai 1818 ordnete König Wilhelm I die Landesvermessung im Königreich Württemberg an. Auf den Tag genau 200 Jahre später richtete das Vermessungsamt des Hohenlohekreises eine Jubiläumsveranstaltung in der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell aus. Landrat Dr. Matthias Neth begrüßte die rund 100 anwesenden Gäste im Schlosshof der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell. Er würdigte die wegweisenden Anordnung des württembergischen Königs und berichtet von seinen eigenen Vermessungserfahrungen auf der Landesgartenschau Öhringen: „Die historischen Vermessungsgeräte Kreuzscheibe und Messstangen sind mir durchaus bekannt, es ist nämlich erst zwei Jahre her, als ich bei der Vorführung einer historischen Vermessung als Geometer eingebunden wurde“, so Neth.
Mit „Vorhang-auf“- Vermessung 1. Akt wurde die Veranstaltung mit einem Theaterstück eröffnet. Die Besucher wurden darin 200 Jahre zurückversetzt als König Wilhelm I das Dekret zur Landesvermessung unterzeichnete. Zu Beginn des Stücks wunderten sich Fürst Karl Albrecht III und seine Gemahlin Marie Leopoldine über das Dekret des Königs. Ein Landvermessertrupp erklärte die genauen Umstände für die Anordnung der Landesvermessung und zeigte mit historischen Gerätschaften, wie eine solche Vermessung zur damaligen Zeit durchgeführt wurde. Zum Abschluss des Theaterstücks berichtete der Obergeometer von seiner Vision, wie Vermessung in 200 Jahren aussehen könnte. Dabei dachte er an Flugobjekte, die Signale aussenden, an fleißige Rechnergehilfen, aus denen schließlich wie von Zauberhand eine Karte entsteht und an junge Frauen, die in 200 Jahren dem Handwerk der Vermessung nachgehen.
Kreisarchivar Dr. Thomas Kreutzer stellte in seinem Vortrag „der widerspenstigen Zähmung“ dar, dass die Hohenloher zu Beginn des 19. Jahrhunderts alles andere als glücklich waren, dass Hohenlohe Teil des Königreichs Württemberg geworden war. Am Ende gelang es dem Württemberger König aber doch die Hohenloher zu zähmen und sie zu württembergischen Staatsbürgern zu erziehen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts konnte das Hohenloher Land dann voll ins Königreich integriert werden. Nicht zufällig verlief der Integrationsprozess zeitlich mehr oder weniger parallel zur Landesvermessung, die von 1818 bis 1840 durchgeführt wurde.
Abschließend berichtete der Leiter des Vermessungsamtes Gerald Bär vom Beginn der Landesvermessung bis zum heutigen digitalen Liegenschaftskataster. Nach der Landesvermessung gab es bis in die 60er des vergangenen Jahrhunderts, bis auf die Einführung des metrischen Maßes im Jahre 1872, zunächst keine großen Veränderungen bei den Gerätschaften und der Messmethode. In den 60er Jahren kam es aufgrund der elektronischen Entwicklung sowohl bei den Vermessungsgeräten als auch in der Datenhaltung zu einer rasanten Entwicklung im Vermessungswesen. Im Vermessungsamt 2018 gibt es keine analog geführte Karte mehr. Das digitale Liegenschaftskataster hat neben der Eigentumssicherung eine weitere wichtige Bedeutung erlangt. Es dient als Basis für die Darstellung und Analysen von vielen raumbezogenen Daten wie Bebauungsplänen, Wasserschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und viele mehr. Intern werden diese Daten im Hohenlohekreisinformationssytem (HOKis) von ca. 300 Beschäftigten des Landratsamtes genutzt. Als Ableger gibt es das HOKis-Geoportal, das für die Öffentlichkeit über Internet zugänglich ist. Zum Abschluss seines Vortrages gestand Amtsleiter Gerald Bär der interessierten Zuhörerschaft: „Leider habe ich keine Vision wie der Landvermesser im Theater, wie das Liegenschaftskataster in 200 Jahren aussehen wird“, aber er hoffte doch, dass in der Veranstaltung deutlich wurde, dass die Daten des Liegenschaftskatasters ein elementarer Bestandteil unserer Daseinsvorsorge waren, sind und künftig auch bleiben werden.

Mitarbeiter des Landratsamts Hohenlohekreis zeigten im Theaterstück
Mitarbeiter des Landratsamts Hohenlohekreis zeigten im Theaterstück "zum Behuf eines neuen Grund-Steuer-Catasters", wie Vermessung vor 200 Jahren ausgesehen hat.

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