Hohenlohekreis

Seitenbereiche

Schriftgröße:

Icon Flagge Icon Flagge

Volltextsuche

Navigation

Seiteninhalt

Holzmarkt wegen Borkenkäferbefall unter Druck

[Artikel vom 23.04.2019]

Empfehlungen des Forstamtes für Privatwaldbesitzer

 
Der Wald im Landkreis und weit darüber hinaus befindet sich nach dem Extremsommer von 2018 in einem historisch schlechten Zustand. Während die Schäden im Laubholz erst nach und nach sichtbar werden, sind bei der ersten Aufarbeitungsrunde im Nadelholz im öffentlichen Wald des Hohenlohekreises bereits bis zu 15.000 Kubikmeter Schadholz angefallen. Erfahrungsgemäß wird sich der Anfall selbst bei normalen Witterungsbedingungen im Laufe des Jahres vervielfachen.
Europaweit waren Anfang April bereits über 70 Millionen Kubikmeter gemeldet. Diese Mengen übersteigen die Verarbeitungskapazitäten, weshalb sich die Vermarktungssituation nochmals deutlich verschlechtert hat. Selbst ein völliger Zusammenbruch des Nadelholzmarktes in den kommenden Monaten kann nicht ausgeschlossen werden.
Vor allem im Kleinprivatwald werden immer noch viele Bäume mit aktuellem Stehendbefall angetroffen. Auch das aufgearbeitete Holz ist oftmals noch mit Borkenkäfern besiedelt. Der Ausflug der ersten Borkenkäfer ist bei Temperaturen von über 18° Celsius zu rechnen.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Forstamt im Privatwald folgendes Vorgehen:

  • Laufende Befallskontrolle im stehenden und liegenden Holz. Frischbefall kann vor allem durch Bohrmehlhäufchen, neue Spechtabschläge und Nadelverlust erkannt werden
  • Zügiger Einschlag befallener Bäume. Aushaltung von 5 Meter Fixlängen und 10 cm Zumaß, Zopf >20 cm. Bei diesem Sortiment bestehen derzeit noch Vermarktungsmöglichkeiten, die allerdings auch jederzeit zusammenbrechen können
  • Papierholz und sonstiges Industrieholz ist ab sofort nicht mehr vermarktbar
  • Das Rest – bzw. Kronenholz ist aus Waldschutzgründen anderweitig unschädlich zu machen
  • Das Unschädlichmachen befallenen Holzes kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, durch Hackung, Herausfahren auf Plätze weit außerhalb Waldes, Entrindung (Stammholz) und durch Polterschutzspritzung
  • Die Lohnhackung mit Großhackern wird derzeit vom Land gefördert, wobei das Hackgut dann auch thermisch verwertet werden darf. Die Vermarktbarkeit ist aufgrund des hohen Angebots schwierig
  • Bei der Lagerung außerhalb des Waldes ist ein Mindestabstand von 500 Metern zu Nadelholzbeständen einzuhalten
  • Die Entrindung ist derzeit nur (motor-)manuell möglich. Auch ein „Streifen“ des Holzes mit der Motorsäge kann den Bruterfolg der Borkenkäfer schmälern
  • Der Einschlag von Nadelfrischholz ist zu unterlassen
  • Dürre, rindennackte Hölzer können ebenfalls derzeit belassen werden, wenn keine Gefahr für die Verkehrssicherheit besteht

Beratung erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Revierleiter oder beim Landratsamt Hohenlohekreis, Forstamt, unter Tel. 07940 18-568.

Weitere Informationen

Kommunen-News

Neues aus den Kommunen des Hohenlohekreises erfahren Sie unter der

Rubrik "Kommunen-News"

Veranstaltungen

Besuchen Sie unseren Veranstaltungskalender unter der

Rubrik "Veranstaltungen"