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Eine gesellschaftliche Aufgabe

[Artikel vom 24.04.2019]

Europäische Impfwoche vom 24. bis 30. April 2019 – Masernimpfung im Fokus
 
Ein Szenario, wie es mittlerweile wieder vorkommen kann: Die Familie sitzt schon auf gepackten Koffern und ist auf dem Weg in den Urlaub, als die kleine Tochter fragt: „Mama, guck mal, was sind denn das für rote Punkte auf meinem Bauch?“
Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten der Welt. Erkrankte Kinder dürfen keinen Kontakt zu anderen Kindern oder Ungeimpften haben. 2018 sind in der europäischen Union 82.000 Personen wegen unterlassener Impfung an Masern erkrankt und 72 von ihnen an den Folgen der Erkrankung verstorben. Zuletzt wurden nach vielen Jahren erstmals wieder Masern während einer Schwangerschaft gemeldet – mit gefährlichen Folgen für das ungeborene Kind.
Eines von 10 Kindern ist im Hohenlohekreis nicht ausreichend geschützt. Um eine Ausbreitung von Masern in der Bevölkerung zu verhindern, müssen mindestens 95 % aller Kinder geimpft sein, um nicht immune Personen im Sinne einer Herdimmunität zu schützen. Die Verteilung der geimpften Kinder im Hohenlohekreis ist ungleich: die am besten geimpften Kinder wohnen in den Gemeinden Dörzbach, Krautheim, Kupferzell und Mulfingen, Schlusslicht bilden die Gemeinden Weißbach, Waldenburg, Pfedelbach und Schöntal (Zweiflingen kann statistisch nicht ausgewertet werden wegen einer zu kleinen Anzahl von Kindern).
„Regelmäßig an Impfungen zu erinnern, über ihren Nutzen aufzuklären und einen unkomplizierten Zugang zu Impfungen für alle zu ermöglichen, ist eine dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe“, erklärt Dr. Antje Haack-Erdmann, Leiterin des Gesundheitsamtes des Hohenlohekreises.
Das Motto der diesjährigen europäischen Impfwoche lautet „Vorbeugen.Schützen.Impfen.“ Jedes Kind hat das Recht, vor Krankheiten gegen die geimpft werden kann, geschützt zu werden. Dazu tragen alle Eltern bei mit ihrer Entscheidung für das Impfen und das medizinische Fachpersonal mit ihrem Einsatz für die Impfaufklärung.
Zu den Standardimpfungen für Jugendliche im Alter von neun bis 14 Jahren gehört die Impfung gegen das Humane-Papillomavirus (HPV). Seit diesem Jahr wird die Impfung auch für Jungen empfohlen. Die HPV-Impfung ist bekannt als „Impfung gegen den Krebs“, denn bis zu
90 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs können mit ihr verhindert werden. Eine gute Verträglichkeit und hohe Effektivität wurde in wissenschaftlichen europaweiten Studien nachgewiesen. Die Impfung kann nicht in einem höheren Lebensalter nachgeholt werden, da sie vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen muss.
In Baden-Württemberg ist im Alter von 17 Jahren nur jede dritte Jugendliche gegen HPV geschützt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt ist es nur schwer verständlich, warum ein so attraktives Präventionsinstrument wie die HPV-Impfung in Deutschland, ganz im Gegensatz zu anderen Ländern der europäischen Union, so schlechte Impfquoten aufweist.

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