Hohenlohekreis

Seitenbereiche

Schriftgröße:

Icon Flagge Icon Flagge

Volltextsuche

Navigation

Seiteninhalt

Alternative Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung im Obst- und Weinbau

[Artikel vom 07.06.2019]

Veranstaltung mit Maschinenvorführung in Michelbach am Wald
 
Der Einsatz chemischer Herbizide verliert im Wein- und Obstbau im Hinblick auf die Verbraucherakzeptanz immer mehr an Bedeutung. Vor allem die Diskussionen um den Glyphosateinsatz in der Landwirtschaft zeigen deutlich, dass nach neuen Lösungswegen im Bereich der Unkrautbekämpfung gesucht werden muss. Als Alternative kommt die mechanische Bearbeitung in Frage: Eine Methode, die nicht nur im ökologischen Anbau zum Einsatz kommt, sondern auch bei konventionell arbeitenden Betrieben teilweise schon angewendet wird.
Diese Thematik bot genügend Anlass für den Weinbauarbeitskreis Hohenlohe, beim Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises in Öhringen zu einer Maschinenvorführung „Mechanische Unkrautbeseitigung im Wein- und Obstbau“ einzuladen. Mehr als 150 interessierte Winzer und Obstbauern fanden sich in Michelbach am Wald ein, um die Maschinen auf Praxisflächen der Betriebe Dieroff und Ickert im Einsatz zu sehen.
Neben der klassischen Flachschar wurden auch neuere technische Entwicklungen wie Rollhacken, Fingerhacken und Scheibenpflüge vorgeführt, die an Schmalspurschlepper angebaut werden können. Unterstockmulchgeräte, Mulchbürsten oder auch die „Wildkraut-Heißwasserspritze“ stellen weitere Alternativen dar. Bei der thermischen Bodenbearbeitung wird Wasser unter enormem energetischem Aufwand bis zum Siedepunkt erhitzt und damit der Unterstockstreifen behandelt. Dadurch sollen die grünen Pflanzenteile absterben oder zumindest in ihrem Wachstum begrenzt werden.
Technikexperte Martin Strauß von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) in Weinsberg zeigte bei der Vorstellung der Geräte die Möglichkeiten und Grenzen der mechanischen Bearbeitung im Obst- und Weinbau auf. Besonders in Hanglagen kann die stärkere Bodenbearbeitung zu vermehrter Erosion und stärkeren Nährstoffeinträgen in Fließgewässer führen. Weiterhin könnten Schädigungen an der Rinde der Obstbäume entstehen. Auch im Hinblick auf die Konkurrenz zu den Rebstöcken und Obstbäumen und der Wasserknappheit wie im Jahr 2018 sind manche Verfahren z.B. nur in Ertragsanlagen und auf Standorten mit einer guten Wasserversorgung denkbar. Nicht zu vernachlässigen ist zudem der finanzielle Aspekt. Je nach Gerät entstehen deutliche Mehrkosten für die Wein- und Obstbauern.
Gute Ergebnisse in der Unkrautbekämpfung im Wein- und Obstbau können mit einer Kombination aus mechanischer Unkrautbekämpfung und Herbizid erzielt werden. Wichtig ist, eine standortangepasste Technik zu verwenden. Der alleinige Einsatz mechanischer Verfahren in Steil- und Terrassenlagen im Weinbau ist jedoch nicht möglich.

Weitere Informationen

Kommunen-News

Neues aus den Kommunen des Hohenlohekreises erfahren Sie unter der

Rubrik "Kommunen-News"

Veranstaltungen

Besuchen Sie unseren Veranstaltungskalender unter der

Rubrik "Veranstaltungen"