Landratsamt der Zukunft
Bürgernah, digital, modern
Seit nunmehr fast 15 Jahren beschäftigen sich Verwaltung und Kreistag mit der schwierigen Unterbringungssituation der Kreisverwaltung im Hohenlohekreis. In der Kreisstadt Künzelsau wird in den kommenden Jahren ein neuer Gebäudekomplex für eine moderne und zukunftsfähige Landkreisverwaltung entstehen. Nun hat der Kreistag am 20. April 2026 mit deutlicher Mehrheit die Weichen für ein neues Landratsamt gestellt.
Auf dieser Seite möchten wir die Bürgerinnen und Bürger an diesem Prozess beteiligen und stetig über neue Entwicklungen informieren.
Allgemeine Informationen
Standort
Der Neubau wird in unmittelbarer Nähe zu dem bestehenden Gebäudeensemble des Landratsamts auf dem bisherigen Parkplatz unterhalb der Bergbahn entstehen. Ebenso entsteht auf dem Gelände ein neues Parkhaus der Stadt Künzelsau.
Weitere Informationen zum Stand des neuen Stadteingangs bietet die Stadt Künzelsau an.
Hintergrund
Das Hauptgebäude des Landratsamts, eingeweiht 1977, ist angesichts der in den vergangenen fast 50 Jahren gewachsenen Aufgaben der Verwaltung schon seit längerer Zeit zu klein für alle Ämter und Mitarbeitenden. Auch der Zustand des Gebäudes entspricht nicht den aktuellen Standards für Büros und der Sanierungsstau ist hoch. Aktuell verteilt sich das Landratsamt auf viele Gebäude in Künzelsau, was Behördengänge und Verwaltungsabläufe mitunter beschwerlich macht.
Aus diesem Grund hat sich der Kreistag des Hohenlohekreises bereits 2018 für einen Neubau ausgesprochen. Das neue Landratsamt soll ein einladender Ort des Austauschs zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung werden, an dem gerne gearbeitet wird und sich die notwendigen Behördengänge schnell und bürgernah erledigen lassen.
Vorteile des Neubaus
Vorteile des Neubaus auf einen Blick
Besserer Bürgerservice:
Wichtige Dienstleistungen an einem zentralen Standort gebündelt
Moderne Arbeitsplätze:
Flexible Büros und Teamarbeitsbereiche für effiziente Abläufe
Digitale Infrastruktur:
Zentrale IT, digitale Arbeitsplätze und moderne Technik von Anfang an
Bauliche Sicherheit:
Brandschutz und Gebäudeausstattung entsprechen modernen Standards
Nachhaltigkeit:
Energieeffiziente Gebäudehülle für Energieeinsparung und Umweltfreundlichkeit
Bürgerservice optimieren: Wege kürzen, Abläufe vereinfachen
Derzeit ist die Kreisverwaltung auf mehrere Gebäude und Außenstellen verteilt. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet das oft lange Wege und unübersichtliche Abläufe bei verschiedenen Anliegen. Ein moderner Neubau bietet die Chance, alle zentralen Dienste an einem Ort zusammenzuführen. So kann die Verwaltung effizienter arbeiten und flexibel auf neue Anforderungen reagieren.
Gebäude und Technik auf Vordermann bringen
Das bestehende Gebäude des Landratsamtes ist in vielen Bereichen in die Jahre gekommen und bedarf in zentralen Bereichen – etwa beim Brandschutz, der technischen Gebäudeausstattung und der Bausubstanz – grundlegender Erneuerungen. Umfangreiche Sanierungen wären notwendig. Gleichzeitig hängen viele Maßnahmen eng miteinander zusammen: Änderungen in einem Bereich führen unmittelbar zu Anpassungsbedarf in weiteren Bereichen – sei es bei Leitungen, technischen Anlagen oder der Energieversorgung. Eine vollständige Modernisierung auf einen zukunftsfähigen Stand wäre mit großem und komplexem Aufwand verbunden und daher unter wirtschaftlichem Gesichtspunkt kaum sinnvoll. Klar ist: Ein Neubau stellt langfristig die sinnvollere Lösung dar.
Passende Bürokonzepte für eine moderne Verwaltung
Eine zeitgemäße Verwaltung muss flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren können. Arbeitsabläufe werden digitaler, Aufgaben verändern sich ständig, und Kommunikation in Form von Gruppen- und Teamarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dafür braucht es geeignete Räumlichkeiten, die Zusammenarbeit fördern, Kommunikation erleichtern und digitale Arbeitsprozesse optimal unterstützen. Die bestehenden Gebäude sind dafür nur begrenzt geeignet. Ein Neubau hingegen ermöglicht offene Arbeitsbereiche sowie integrierte Besprechungs- und Projektarbeitszonen und geschützte Räume für konzentriertes Arbeiten – für deutlich effizientere Abläufe und noch dazu verbesserten Bürgerservice.
Digitalisierung und Technik: Fit für die Zukunft
Ein modernes Landratsamt muss die Chancen der Digitalisierung nutzen. Neue IT-Systeme, digitale Arbeitsplätze und eine leistungsfähige Infrastruktur erleichtern die Arbeit der Mitarbeitenden und ermöglichen Bürgerinnen und Bürgern schnelle, unkomplizierte Dienstleistungen. Der Neubau bietet die Chance, Technik und Prozesse von Anfang an optimal zu planen, Sicherheitsstandards einzuhalten und Arbeitsplätze zukunftsfähig zu gestalten – für mehr Effizienz und besseren Service.
Rundgang durch das Landratsamt der Zukunft
Gebäudekomplex
Foto: Tchoban Voss Architekten
Mit den vorgestellten Entwürfen wird deutlich, wie das neue Landratsamt künftig aussehen soll: modern, offen und klar strukturiert. Der Neubau vereint Bürgernähe, moderne Arbeitswelten und nachhaltige Bauweise in einem architektonischen Gesamtkonzept.
Geplant ist ein Komplex im typischen Stil eines öffentlichen Gebäudes, das sich mit öffentlichen, halböffentlichen und internen Bereichen vom teils freiliegenden Untergeschoss über drei Geschosse bis zum Dachgeschoss erstreckt. Funktionalität und architektonische Originalität greifen dabei ineinander. Zudem soll der Massivbau samt Klinkerfassade sowie Fensteröffnungen über die Gebäudeecken eine gewisse Leichtigkeit und Offenheit ausstrahlen.
Das neue Verwaltungsgebäude ist insgesamt für rund 320 Arbeitsplätze ausgelegt und schafft damit moderne, zukunftsfähige Rahmenbedingungen für die Kreisverwaltung des Hohenlohekreises. Im Fokus stehen effiziente Abläufe, Servicequalität und eine konsequent bürgernahe Ausrichtung. Eben: „Landratsamt der Zukunft – bürgernah, digital, modern".
Erdgeschoss
Foto: Tchoban Voss Architekten
Über zwei Haupteingänge erreichen die Besucherinnen und Besucher ein modernes und offen gestaltetes Foyer mit einer durchgängig besetzten Bürgertheke als Herzstück des Erdgeschosses. Hier werden Anliegen zentral entgegengenommen, Besucherinnen und Besucher empfangen und gezielt an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Kurze Wege, eine klare Orientierung und moderne Servicebereiche sollen den Besuch im neuen Landratsamt künftig deutlich vereinfachen und angenehmer gestalten.
Im Erdgeschoss werden bewusst die besonders besucherintensiven Bereiche wie die Zulassungs- und Führerscheinstelle untergebracht. Ergänzt werden diese durch großzügige Warte- und Aufenthaltsbereiche. Eine hochwertige Innenraumbegrünung sowie offene Sitz- und Aufenthaltszonen schaffen dabei eine freundliche, einladende Atmosphäre. Das Foyer soll damit zu einer Art „Wohnzimmer“ des Landkreises werden. In unmittelbarer Nähe sind zudem die Aufzüge angeordnet, sodass alle weiteren Bereiche des Gebäudes schnell und barrierefrei erreichbar sind.
Obergeschosse
Foto: Tchoban Voss Architekten
In drei Obergeschossen können die Bürgerinnen und Bürger weitere Anliegen in den jeweiligen Ämtern bearbeiten lassen. Die halböffentlichen Bereiche sind kompakt um den großzügigen, begrünten Innenhof angeordnet und bilden ein offenes, lichtdurchflutetes Raumgefüge, das zugleich eine gute Orientierung bietet. Direkt dahinter schließen die internen Arbeitsbereiche an. Die Wartebereiche hierfür sind kleinteilig organisiert und jeweils direkt den entsprechenden Servicestellen zugeordnet. Ergänzend verfügen die Besprechungsräume über einen beidseitigen Zugang sowohl aus dem öffentlichen als auch aus dem internen Bereich und ermöglichen damit eine flexible und effiziente Nutzung.
Für die Mitarbeitenden entstehen neue, zeitgemäße Arbeitswelten. Statt klassischer, unflexibler Strukturen setzt das Konzept auf multifunktionale Büroflächen, offene Teamzonen sowie integrierte Besprechungs- und Projektarbeitszonen. Ergänzt werden diese durch Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten und vertrauliche Gespräche mit entsprechender räumlicher, akustischer und optischer Trennung.
Mitarbeitendenbereiche
Foto: Tchoban Voss Architekten
Im Grundriss sind die Geschosse identisch organisiert, lediglich das vierte Obergeschoss bildet eine Ausnahme. Dieses ist ausschließlich für die Mitarbeitenden des Landratsamtes Hohenlohekreis vorgesehen. Neben internen Besprechungsräumen befinden sich dort auch die Cafeteria sowie zwei Dachterrassen als Aufenthalts- und Begegnungsbereiche. Außerdem findet auf dem Dachgeschoss die gesamte Technik ihren Platz, die unsichtbar integriert wird.
Meilensteine
Aktueller Stand: Wie geht es nun weiter?
Nach dem der Kreistag in seiner Sitzung am 20. April 2026 die Weichen für den Neubau gestellt hat, soll Ende 2026 der Bauantrag eingereicht werden. Der Baubeginn ist für das 2. Quartal 2027 vorgesehen. Im Sommer 2029 soll der Neubau am Standort Künzelsau entlang der Stadtachse entstehen.
Offizielle Vertragsunterzeichnung am 07. Mai 2026
Foto: LRA Hohenlohekreis
Mit der offiziellen Vertragsunterzeichnung zwischen den beiden Projektpartnern – dem Landratsamt Hohenlohekreis und der Ed. Züblin AG – wurde die Zusammenarbeit für die Umsetzung des Neubaus am Donnerstag, 7. Mai 2026, symbolisch besiegelt. Damit startet das Großprojekt nun auch formell in die konkrete Planungsphase.
Beauftragung des Generalübernehmers am 20. April 2026
Die Firma Ed. Züblin AG hat das Vergabeverfahren gewonnen und wurde folglich vom Kreistag am 20. April 2026 als Generalübernehmer beauftragt. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart wird den Neubau schlüsselfertig zu einem Pauschalfestpreis von rund 44,6 Millionen Euro realisieren. Ausschlaggebend waren sowohl die hohe architektonische und technische Qualität des Angebots als auch die wirtschaftlichste Gesamtlösung. Mit an Bord ist das Architektenbüro Tchoban Voss aus Dresden, das von der Firma Ed. Züblin AG mit der Planung beauftragt wurde.
Landkreis kauft im Juli 2024 Grundstück für den Neubau
Weiterer Meilenstein für das neue Landratsamt erreicht
Mitte Juli 2024 wurde im Beisein von Notar Dr. Marcus Zelyk der Kaufvertrag für das Grundstück im Areal Kaufland/ehem. Stahl, sogenannter Schotterparkplatz, unterschrieben. Auf diesem Grundstück wird das neue Landratsamt errichtet. Die Stadt Künzelsau verkaufte das Grundstück altlastenfrei an den Landkreis.
Die bekannten Altlasten wurden in einem aufwendigen und sachgerechten Sanierungsverfahren aus dem Baugrund entfernt und die ersten Straßenbaumaßnahmen fanden statt. Damit das Kaufland weiterhin mit frischer Ware versorgt werden kann, wurde eine Interimsstraße mit Wendemöglichkeit errichtet, die über das Baufeld verläuft. In dem Zug müssen alle Ver- und Entsorgungsleitungen in die künftigen Straßen, vor allem in die neue Stadtachse verlegt und die neuen Straßenkörper gebaut werden.
Nach Abschluss der Arbeiten, wurde mit den Erdarbeiten für das neue Landratsamt begonnen.
Erschließungsarbeiten für die neue Stadtachse im Juni 2024
Spatenstich mit Bauministerin Nicole Razavi am 22. Februar 2024 für den neuen Stadteingang in Künzelsau
Durchführung eines Architekturwettbewerbs in 2021
Die Anforderungen an öffentliche Verwaltungen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Digitalisierung, neue Arbeitsformen und steigende Erwartungen an den Bürgerservice stellen auch die Kreisverwaltung vor neue Herausforderungen. Deshalb hat der Kreistag bereits am 19. Juli 2021 die Grundsatzentscheidung getroffen, ein neues Landratsamt zu planen.
Im Rahmen des Architekturwettbewerbs für den Neubau des Kreishauses wurde ein passender Planer gesucht und mit dem Erstplatzierten auch gefunden. Nicht nur aus Sicht des Städtebaus war der Siegerentwurf überzeugend, auch hinsichtlich einer schrittweisen Umsetzung bot der Entwurf ein hohes Maß an Flexibilität.
Bei der Durchführung eines Architekturwettbewerbs wurden 17 Entwürfe zum Neubau eingereicht. Am 1. Juli 2022 tagte die Jury, bestehend aus Architektinnen und Architekten, Vertreterinnen und Vertretern des Kreistags, der Kreisverwaltung sowie der Stadtverwaltung Künzelsau. Vier Einreichungen wurden prämiert und inzwischen am 26. September 2022 das erstplatzierte Büro KUBUS360 durch den Kreistag mit der Planung beauftragt.
Parallel zum Architekturwettbewerb wurden auch Vergabeverfahren für weitere notwendige Fachplanungs- und Beratungsleistungen durchgeführt. Mit der Beauftragung dieser Fachplaner und Sachverständigen ist das Planungsteam weitgehend komplett, sodass mit der konkreten Planung begonnen werden kann.
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