Intensivkooperation für gelebte Inklusion erneuert
Landratsamt Hohenlohekreis, Stadt Künzelsau und Staatliches Schulamt unterzeichnen Vereinbarung
Partnerschaftlich voran: Das Landratsamt Hohenlohekreis, die Stadt Künzelsau und das Staatliche Schulamt Künzelsau haben die Kooperationsvereinbarung zur Intensivkooperation zwischen dem Schulkindergarten der Geschwister-Scholl-Schule und der städtischen Kindergartengruppe im Februar 2026 erneuert.
Die Zusammenarbeit fördert gelebte Inklusion: Kinder mit und ohne Förderbedarf lernen gemeinsam, knüpfen Freundschaften und werden in ihrer Entwicklung unterstützt.
Bereits im Jahr 2018 startete der Landkreis an der Geschwister-Scholl-Schule, einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit dem Förderschwerpunkt geistige, körperliche und motorische Entwicklung, die Intensivkooperation zwischen dem dortigen Schulkindergarten und einer Kindergartengruppe der Stadt Künzelsau. Die Kooperation entstand durch die Unterbringung der städtischen Kindergartengruppe in den Räumen der Geschwister-Scholl-Schule. Seither ist die Zusammenarbeit der drei Partner ein gelebtes Beispiel dafür, wie Inklusion bereits im Kindergartenalltag unter einem Dach erfolgreich gelingen kann.
Das Projekt hat zum Ziel, Kindern mit und ohne Förderbedarf gemeinsam die bestmögliche Förderung zu ermöglichen, gegenseitiges Verständnis für den Alltag zu schaffen und die Akzeptanz unterschiedlicher Bedürfnisse rücksichtsvoll zu stärken. Freundschaften entstehen unabhängig davon, ob Kinder einen Förderbedarf haben oder nicht und welchen weiteren Bildungsweg sie nehmen – sei es die Grundschule oder ein SBBZ. Die Kinder spielen, toben und lachen zusammen, feiern Feste und verbringen gemeinsame Bildungszeiten. Pädagogische Fachkräfte und Eltern sind aktiv in die Alltagsgestaltung eingebunden. Dies gelingt durch feste wöchentliche Begegnungszeiten wie die gemeinsame Zeit auf dem Pausenhof, kurze Treffen im Flur sowie gemeinsame Projektwochen im Schuljahr. Die Leitungen der Kindergartengruppen arbeiten eng zusammen und passen die Kooperation jedes Jahr den Bedürfnissen der Kinder an.
„Inklusion ist kein bloßes Schlagwort, sondern ein wichtiger Grundpfeiler und eine Verpflichtung unserer Gesellschaft. Die Intensivkooperation zeigt eindrücklich, wie frühzeitiges gemeinsames Lernen Barrieren abbaut, Alltagsverständnis und gegenseitige Wertschätzung fördert und Kindern chancengerechte Entwicklung ermöglicht. Die Erneuerung der Vereinbarung unterstreicht unser gemeinsames Vorhaben, inklusive Bildung nachhaltig zu stärken und für alle Kinder beste Rahmenbedingungen zu schaffen – ein Anliegen, das mir persönlich sehr am Herzen liegt“, betonte Landrat Schölzel bei der Unterzeichnung.
Bürgermeister Stefan Neumann ergänzt: „Wenn Kinder mit und ohne Inklusionsbedarf selbstverständlich miteinander spielen, lernen und lachen, wird Inklusion lebendig. Genau dafür steht unsere Kooperation“.
Die enge Abstimmung der beteiligten Partner stellt dabei einen zentralen Erfolgsfaktor dar: „Diese Kooperation zeigt, was möglich ist, wenn der Hohenlohekreis, Schule, Kindergarten und Stadt eng zusammenarbeiten: Kinder erleben Vielfalt als Normalität – und wachsen daran jeden Tag ein Stück“, so Marion Hannig-Dümmler, stellvertretende Hauptamtsleiterin bei der Stadtverwaltung Künzelsau.
Abschließend betont Bettina Hey, Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Künzelsau: „Im Rahmen der Intensivkooperation zwischen Kindergarten und Schulkindergarten wird die individuelle Vielfalt der Kinder als grundlegende Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse anerkannt. Durch abgestimmte Fördermaßnahmen und gemeinsame pädagogische Angebote wird deutlich, dass unterschiedliche Entwicklungsverläufe normal sind und jedes Kind entsprechend seiner Bedürfnisse begleitet wird. Die Erneuerung der Kooperationsvereinbarung vertieft die verlässlichen Strukturen, in denen ein inklusives Lernumfeld entstanden ist, das die Wertschätzung aller Kinder unabhängig von ihren Fähigkeiten sicherstellt. Oder wie es Richard von Weizsäcker formuliert hat: „Es ist normal, verschieden zu sein.“
Bild: LRA Hohenlohekreis