Tag der Heimatgeschichte am 12. November 2025 in Schwabbach
Der Hohenlohekreis als historische Kulturlandschaft im Fokus
Am Mittwoch, 12. November 2025, lud der Hohenlohekreis gemeinsam mit der Gemeinde Bretzfeld zum „12. Tag der Heimatgeschichte im Hohenlohekreis“ ein.
Rund 200 Gäste folgten den Vorträgen über „Schlösser, Schienen, Aussiedlerhöfe“ rund um die Kulturlandschaft des Hohenlohekreises.
Landrat Ian Schölzel begrüßte die Zuhörerinnen und Zuhörer und zeigte sich über die große Resonanz erfreut. In seiner Ansprache betonte er, wie prägend die Schlösser, die Schienen der Hohenlohebahn und die Aussiedlerhöfe für die Region seien: „Was wäre der Hohenlohekreis ohne seine Schlösser?“ Auch Bretzfelds Bürgermeister Martin Piott freute sich über den Zuspruch des Publikums. In seinem Grußwort würdigte er das 50-jährige Jubiläum der Gemeinde, das in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wurde, und betonte den Beitrag des „Tags der Heimatgeschichte“ zur Bereicherung der regionalen Geschichte.
Dr. Christian Ottersbach vom Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen präsentierte anschließend die Baugeschichte des Hohenlohekreises. Sein Vortrag behandelte die zahlreichen Herrschaftssitze von Fürsten, niederem Adel und Geistlichkeit sowie Kirchen, Keltergebäude, Stadtanlagen, Scheunen und die für Hohenlohe typischen Bauernhäuser – eine Rundumschau, die den außergewöhnlichen Reichtum an historischen Bau- und Kunstdenkmälern eindrucksvoll aufzeigte. Nach einer kurzen Unterbrechung sprach der Kreisarchivar des Hohenlohekreises Dr. Thomas Kreutzer, zugleich Moderator des Abends, über die 1862 eröffnete Hohenlohebahn und deren politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Auffällig war die anfängliche Zurückhaltung der königlichen Regierung gegenüber dem neuen Transport- und Fortbewegungsmittel. Auch die Linienführung der noch heute befahrenen Strecke zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall über Öhringen war keineswegs selbstverständlich, da zeitweise auch andere Routen – etwa über Künzelsau und das untere Kochertal – in Betracht gezogen wurden. Die Hohenlohebahn brachte weniger wirtschaftlichen Aufschwung als erhofft, vielmehr blieb die Region lange vom Fortschritt der Industrialisierung ausgeschlossen. Abschließend referierte Kulturgeograf Dr. Marcus Mogk aus Königswinter über die Aussiedlerhöfe im westlichen Hohenlohe. Er verglich Daten aus seiner Untersuchung von 1981 mit aktuellen Befunden aus 2022/23. Dabei zeigte sich, dass bereits 1980 rund 11 Prozent der Bauernhöfe aufgegeben wurden, bis 2023 stieg dieser Anteil auf 50 Prozent. Dr. Marcus Mogk sprach sich für eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über die Bedeutung der Landwirtschaft für die Erhaltung der Kulturlandschaft aus.
Nach der Veranstaltung nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum Austausch im Foyer. Die Informationsstände des Kreisarchivs, des Hohenlohe-Zentralarchivs und der Vereine „Hohenlohe historisch“ sowie „Historischer Verein für Württembergisch Franken e. V.“ waren gut besucht und zahlreiche Gäste erwarben Bücher zur Regionalgeschichte.
Foto: Landratsamt Hohenlohekreis