Ausstellung über FASD
Ein Glas kann ein Leben verändern
Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises lädt Bürgerinnen und Bürger zu der öffentlich zugänglichen Ausstellung „ZERO“ des FASD Netzwerks Nordbayern e. V. ein.
Die Ausstellung findet vom 18. bis 22. Mai 2026 in der Gewerblichen Schule Künzelsau statt und richtet sich an Jugendliche, Fachkräfte sowie interessierte Erwachsene.
Die Fetale Alkoholspektrum-Störung (FASD) gilt als die häufigste angeborene und zugleich zu 100 Prozent vermeidbare Behinderung in Deutschland. Sie entsteht, wenn ein ungeborenes Kind während der Schwangerschaft Alkohol ausgesetzt ist. Die Folgen können vielfältig sein: Neben körperlichen Auffälligkeiten wie Kleinwuchs oder charakteristischen Gesichtsmerkmalen treten häufig Verhaltensauffälligkeiten, Lern- und Denkstörungen sowie Schwierigkeiten bei der Alltagsbewältigung auf. Auch gesundheitliche Beeinträchtigungen sind möglich. Viele Betroffene sind dauerhaft auf Unterstützung angewiesen und stoßen in Schule, Ausbildung und sozialem Umfeld auf besondere Herausforderungen.
Von zentraler Bedeutung ist die Erkenntnis, dass es keine sichere Alkoholmenge in der Schwangerschaft gibt. Bereits geringe Mengen können die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigen, da Alkohol als Zellgift wirkt und ungehindert in den Blutkreislauf des Kindes gelangt. Dort wird er deutlich langsamer abgebaut als im Körper der Mutter.
Schätzungen zufolge werden in Deutschland jährlich rund 10.000 Kinder mit FASD geboren. Fachleute betonen daher die große Bedeutung frühzeitiger Aufklärung und Prävention.
Die Ausstellung „ZERO“ vermittelt anschaulich und verständlich Wissen rund um Schwangerschaft, Alkoholkonsum und die Auswirkungen von FASD. Neben medizinischen Fakten werden auch persönliche Erfahrungsberichte von Betroffenen behandelt. Ergänzend zur Ausstellung werden begleitende Workshops für Jugendgruppen angeboten, insbesondere für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klassenstufe.
Die Teilnahme an der Ausstellung ist kostenfrei.
Interessierte Gruppen können sich für die Workshops im Vorfeld unter ga-gesundheitsfoerderung@hohenlohekreis.de anmelden.
Ziel der Initiative ist es, Bewusstsein zu schaffen, Wissen zu vermitteln und langfristig dazu beizutragen, dass vermeidbare Schädigungen durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft reduziert werden.