Kinder- und Jugendhilfe im Hohenlohekreis: Ausschuss informiert sich über neue Entwicklungen
Ergebnisse der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vom 20. Oktober 2026
Der Jugendhilfeausschuss des Hohenlohekreises hat sich in seiner Sitzung am Dienstag, 20. Oktober 2026, mit aktuellen Entwicklungen und Vorhaben in der Kinder- und Jugendhilfe befasst.
Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen der Haushaltssicherung auf die Jugendhilfe, die Neufassung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes für Baden-Württemberg sowie die Weiterentwicklung bestehender Förder- und Unterstützungsangebote.
Zu Beginn informierte der Vorsitzende über den laufenden Haushaltssicherungsprozess im Hohenlohekreis. Aufgrund der angespannten kommunalen Haushaltslage wurde dieser in Zusammenarbeit mit dem Kreistag eingeleitet. In den Kreistagssitzungen am 13. Juli und 3. August 2026 wurden darüber hinausgehende Anträge einzelner Fraktionen gestellt. Sowohl der Haushaltssicherungsprozess als auch weitere Anträge und Beschlüsse wirken sich entsprechend auf die Jugendhilfe aus. Der Ausschuss nahm den aktuellen Sachstand und die damit verbundenen Auswirkungen zur Kenntnis.
Auch die Förderung der Schulsozialarbeit war Thema der Sitzung. Die Finanzierung wird größtenteils von den jeweiligen Schulträgern getragen und vom Land Baden-Württemberg sowie dem Landkreis entsprechend gefördert. Im Zuge des Haushaltssicherungsprozesses wurden Einsparpotenziale geprüft. Der Kreistag hat sich vor der Sommerpause mehrheitlich dafür ausgesprochen, ab 1. Januar 2027 die Landkreisförderung von 14.500 Euro auf 10.000 Euro je Vollzeitstelle pro Jahr zu reduzieren, weshalb eine Anpassung der Förderrichtlinie für die Schulsozialarbeit zum 1. Januar 2027 erforderlich wird. Der Jugendhilfeausschuss nahm die vorgeschlagenen Änderungen zur Kenntnis. Die abschließende Beschlussfassung erfolgt in der Kreistagsitzung am 2. November 2026.
Über die Neufassung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes für Baden-Württemberg (LKJHG) informierte Claudia Müller, Leiterin des Jugendamts. Das Gesetz ist zum 1. Januar 2026 in Kraft getreten. Es stärkt unter anderem den Schutz und die Beteiligung junger Menschen sowie die offene Kinder- und Jugendarbeit und schafft wichtige Voraussetzungen für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Der Ausschuss nahm die Informationen zum neu gefassten Gesetz zur Kenntnis.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Jugendfonds des Hohenlohekreises. Der vor rund 25 Jahren gegründete Fonds sollte ursprünglich dazu dienen, Projekte und Veranstaltungen der Jugendarbeit im Landkreis zu fördern. Die Geschäftsordnung des Jugendfonds wurde nun an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Die Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel obliegt dem Kreisjugendreferat. Der Jugendhilfeausschuss wird regelmäßig über die Verwendung der Mittel informiert. In der Sitzung nahm das Gremium den Bericht zum Jugendfonds sowie die Änderung der Geschäftsordnung zur Kenntnis.
Abschließend befasste sich der Ausschuss mit dem Modellprojekt „Pooling an der Bischof von Lipp Schule“. Die steigende Zahl von Schulbegleitungen an einem Schulstandort stellt Schulen vor organisatorische und pädagogische Herausforderungen. Eine hohe Zahl erwachsener Begleitpersonen im Klassenzimmer kann den Unterricht sowie selbstbestimmtes Lernen erschweren. Zudem kann eine individuelle Schulbegleitung von betroffenen Schülerinnen und Schülern als stigmatisierend oder ausgrenzend erlebt werden. Die Eingliederungshilfe verfolgt hingegen das Ziel, Teilhabeeinschränkungen zu mildern und zu beseitigen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben sich die St. Josefspflege und die Jugendämter der Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall darauf verständigt, die Schulbegleitung an der Bischof von Lipp Schule zunächst im Rahmen eines Modellprojekts zu bündeln. Ein Jahr nach Projektstart kann nun eine erste positive Bilanz gezogen werden. Der Jugendhilfeausschuss nahm den Bericht zur Kenntnis.
Die nächste Kreistagssitzung ist für Montag, 2. November 2026, geplant, die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses findet am Dienstag, 24. November 2026, statt.
Informationen zu den Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sind über das Bürgerinformationssystem abrufbar.